Berglust

Es gibt viele Möglichkeiten, ein Wochenende erholsam zu gestalten. Natur und Bewegung funktioniert für die meisten Menschen besser als Stadt und Konsum. Möglichst mit guten Freunden – das steigert die Befriedigung weiter. Nur muss das alles etwas geplant werden. Wer am Freitagabend noch keinen Plan für das Wochenende hat, wird Momente wie diesen hier viel zu selten erleben.

Officetrooper

Die Anforderungen an Arbeitgeber steigen, wenn man Mitarbeiter der Generation Y mit an Bord haben will. Billardtisch, Rutschbahn und Gratisverpflegung gehören zur Grundausstattung. Stormtroopers scheinen weniger effektiv zu sein – dieses Büro ist schon am frühen Abend vereinsamt.

Kuhhandel

Tiere sind keine Sache, das ist seit 2002 geregelt. Tiere können misshandelt und vernachlässigt werden. Aber auch gehandelt – sie sind eben keine Menschen. Diese Zwischenexistenz bereitet den meisten Bauern aber kein Kopfweh: Sie kennen und schätzen alle ihre Tiere und freuen sich an glücklichen Kühen. Wohl aufrichtiger als der Konsument, der artgerechte Haltung nur vom Hinweis auf der Packung im Kühlregal kennt.

Fanmeile

An einem der grossen Fussballanlässe in Zürich gab es reichlich Kritik, dass nur Carlsberg Bier verkauft werden durfte. Durchaus verständlich, da diese Weltbiere, die jedermann wenigstens etwas schmecken müssen, kein grosser Genuss sind. Zu ändern ist dies wohl nicht – es geht um viel Geld. Die hier entdeckte Fanmeile scheint auch keine wirkliche Alternative zu sein. Die Suche geht weiter.

Bergluft

Bald ist es wieder soweit, dass solche Orte erwanderbar sind. Diese Aussicht gibt es von der Carschinahütte aus. Erreichbar auf mindestens drei Routen. Von zwei bis sechs Stunden ist für jede Kondition ein Weg im Angebot.

Sehnsucht

Hier wünscht sich scheinbar ein Bewohner der Betonwüste etwas Bergidylle. Durchaus verständlich und doch eine seltsame Aktion. Hunderte von versprayten Metern Betonwand und irgendwo ein A4 Blatt aus dem Tintenstrahldrucker – mit einem nicht genannten Bergdorf. Vielleicht handelt es sich auch um eine PR-Aktion eben dieses Bergdorfes.

Terrorismus

Die Messlatte für terroistische Aktivitäten wird in gewissen Ländern absurd tief gesenkt. Minimale Kritik am Staat genügt für Entlassungen oder gar Verhaftungen. Dazu muss man nicht mal Journalist sein. Schön in einem Land zu leben, wo selbst schwere Verstösse gegen die Staatsgewalt, so wie dieser, keine schwerwiegenden Konsequenzen haben.

Zwangsstörung

Der stete Drang, jegliches Littering zu vermeiden, ist eine Helvetische Tugend. Sie wird auch in aussichtslosen Situationen, wie z.B. Grossanlässen, nicht aufgegeben. Trotzdem ist dies ein seltenes Bild – denn während die Besucher noch durch die Strassen schlendern, sind die Reinigungstrupps der Stadt schon unterwegs. Vor Mitternacht ist alles wie immer – sauber.

Ulan Bator West

Es gibt sie immer weniger, die Orte wo traditionelle auf moderne Lebensweisen treffen. Ulan Bator ist wohl so ein Ort. Zürich West scheinbar auch. Dank einer Sportstadium-Brache, die hier eine sinnvolle Zwischenutzung erfährt.

Gipfeltreffen

Trotz Angelsächsischem Einfluss gibt es noch internationale Konzerne, welche einen traditionellen Dresscode pflegen: Schwarze Schuhe, die Hosen knitterfrei, weisse Hemden und niemals rote Krawatten. Es sind jene Orte, wo vor Anlässen auf der Herrentoilette reger Betrieb herrscht – um nochmals den Sitz des Krawattenknopfes zu prüfen. Vielleicht ist es an der Zeit, dies in das UNESCO Weltkulturerbe aufzunehmen.