Rückstellungen

Vom Buddhismus kann man viel lernen. Zum Beispiel was „Rückstellungen“ sind: Bekanntlich hat das letzte Hemd keine Taschen. Das ist im Fall einer Wiedergeburt natürlich äusserst unpraktisch. Glücklicherweise gibt es dafür die Möglichkeit, im aktuellen Leben Gutes zu tun, was einem ein nächsten Leben dann eben zugute kommt. Das schafft zweifellos Gemeinschaftssinn – gelegentlich aber auch Monumente, die etwas gar gross geraten.

You can learn a lot from Buddhism. For example, what „accruals“ are: it is well known that the last shirt has no pockets. This is, of course, extremely impractical in the case of a rebirth. Fortunately, there is the possibility of doing good in the current life, which will benefit a future life. This undoubtedly creates a sense of community – but occasionally it also creates monuments that get a little too big.

Stossverkehr

Wir kennen es alle, dieses unsägliche Geplapper einer Verkehrsfee, die morgendliche Standardstaus zu Ereignissen machen muss. Leider gibt es diese Logorrhoe auch in Flugzeugen. Die Menge an Durchsagen, Informationen und Hinweise auf Dutyfree Waren lässt auf Kurzstreckenflügen kaum Zeit durch die Sitzungsnotizen des Tages zu gehen.

We all know it, the terrible chatter of a traffic fairy who has to turn morning traffic jams into events. Unfortunately, logorrhoea is also common in airplanes. The amount of announcements, information and references to duty-free goods on short-haul flights leaves little time to pass through the meeting notes of the day.

Imobilienblase

Gepflegtes Wohnen unterscheidet sich stark von Land zu Land. Während man bei uns für viel Geld wenigstens viel Substanz bekommt, werden in England die Fensterrahmen noch immer nur von den vielen Schichten weisser Farbe zusammengehalten. Im Grossraum London wären Zürcher Preise geradezu ein Schnäppchen – zumindest komfortbereinigt. So pendelt der arme Salaryman jeden Morgen und jeden Abend weit über eine Stunde, um seiner Familie ein schönes Heim zu ermöglichen.

Well-kept living varies greatly from country to country. While we get a lot of substance for a lot of money, in England the window frames are still only held together by the many layers of white paint. In the greater London area, Zurich prices would be a bargain – at least comfort adjusted. The poor Salaryman commutes every morning and evening for more than an hour to give his family a nice home.

Bussfliegen

Heutzutage ist es deutlich weniger schick, zum Jetset zu gehören, als in den Sechzigerjahren. Damals kostete ein Flug nach London oder Paris noch locker ein Monatseinkommen. Heute fliegt man dorthin, um sein Monatseinkommen zu rechtfertigen. Und sei es nur für eine Sitzung. Flugzeuge sind die Busse von heute. Für kleines Geld reist man 1000 km und ist am gleichen Tag wieder zu Hause. Das macht wohl gleichviel Sinn, die die Weltreisen von damals.

Eintauchen

Dichter Nebel über London. LX316 taucht gerade in die Wolken ein, als der Pilot „We’re on automatic landing – all electronic devices have to be completely switched off!“ durchgibt. Für kurze Zeit kommt entspannte Hektik auf: Flight Attendants sammeln emsig letzte Becher ein, binden Vorhänge zurück und stellen sicher, dass alle Passagiere angegurtet sind. Vielflieger lassen sich davon aber nicht beunruhigen. Davon gibt auf diesem Morgenflug viele, und alle blättern weiter gelangweilt in der NZZ, Financial Times oder einer anderen Zeitung, für die man immer noch gerne ein Abonnement bezahlt.

Reiselust

Endlich ist die geruhsame Ferienzeit zu Ende, und die Geschäftsreisenden können wieder der Reiselust frönen. Man sieht die glücklichen Gesichter allenthalben – auf den seltsamen Plakaten mit lachenden Performern allerdings häufiger, als auf den Gesichtern der Passagiere.

Baustelle Zukunft

Zukunft

Es gibt Dinge, die werden hoffentlich nie fertig – wie z.B. die Zukunft. Dann gibt es aber auch solche, welche man sich irgendwann gerne zu Ende wünscht – so z.B. die Flughäfen dieser Welt. Sie sind eine nie endende Baustelle, deren Einfahrten in die Parkhäuser und verschlungenen Wege zu den Gates jeden Monat immer wieder ändern.

Heimkehr

Heimkehr

Nach ein paar Tagen wohlbehalten von einer Reise heimzukehren ist eine unterschätzte Gnade. Nicht weil Reisen heutzutage besonders gefährlich wäre. Aber es gibt viele Ort, an welche man besser nicht zurückkehrt. Oder wie es unlängst jemand schön auf den Punkt brachte: Die Erde besteht zu 70% aus Wasser und 30% aus Krieg – ganz so verzweifelt ist die Lage glücklicherweise nicht.

Laudes

Laudes in Kirche St. Peter Mistail

Morgenlob in der Kirche St. Peter Mistail um 0500h. Die Stimmung ist einmalig und macht das frühe Aufstehen schnell vergessen. Wer von Thusis nach Tiefencastel unterwegs ist, sollte sich unbedingt die Zeit nehmen, dieses 1’200 Jahre alte Juwel zu besichtigen. Es ist zu jeder Tageszeit ein Erlebnis.

Hinterland

Irgendwo uterwegs nach La Chaux-de-Fonds. Nicht alle Fahrgäste entschprechen dem gängigen Cliché eines Jurassiers - wenn es denn ein solches geben sollte

Irgendwo auf der Strecke nach La Chaux-de-Fonds mitten am Vormittag. Der Zug ist fast leer und fährt trotzdem im Stundentakt. Die Landschaft gibt bei Regenwetter wenig her. Der nette Herr gleich neben mir umso mehr.