Klagemauer

Die heiklen Stellen an den Pisten sind für den nahen Saisonstart allesamt gesichert. Es scheint, dass jedes Jahr mehr Aufwand betrieben werden muss, um das Skifahren so sicher wie möglich zu machen. Es ist eben der Geist unserer Zeit, Risiken wo immer möglich zu minimieren. Solange allfällige Versäumnisse nicht eingeklagt werden können, ist auch nichts daran auszusetzen, Leib und Leben zu schützen. Entscheidend ist jedoch, dass wir nicht die angelsächsische Erwartungshaltung übernehmen, auch vor eigener Leichtsinnigkeit geschützt zu werden. Und bei jeder Gelegenheit zu auf Schadenersatz zu klagen.

The sensitive areas on the slopes are all secured for the near start of the season. It seems that every year more effort has to be made to make skiing as safe as possible. It is just the spirit of our time to minimize risks wherever possible. As long as possible omissions cannot be sued, there is nothing wrong with protecting life and body. What is crucial, however, is that we do not adopt the Anglo-Saxon expectations of being protected from our own carelessness. And to sue for indemnification at every opportunity.

Saisoniers

Die effiziente Nutzung von Ressourcen ist ein Grundprinzip der Marktwirtschaft. Viele kluge Köpfe haben viele Bücher dazu geschrieben. Man kann das aber auch ganz einfach in den Bergen erleben: Im Sommer wird zweimal gemäht, um Heu für den Winter zu haben, im Herbst fressen die Kühe den Rest, und im Winter fährt die halbe Nation hier Ski. So einfach ist es eigentlich.

The efficient use of resources is a fundamental principle of the market economy. Many bright minds have written many books about it. But you can also experience it easily in the mountains: In summer, the grass is collected twice to feed the cattle during winter, in autumn the cows feed on the remains, and in winter half the nation is skiing here. It’s that simple.

Farbenspiel

Wir befinden uns auf 2’400 Metern auf dem Piz Scalottas. Leicht zugänglich mit dem Sessellift, aber auch auf mehreren schönen Wegen zu Fuss oder per Bike. Das ermöglicht beinahe jede Art von Tourismus, und jeder körperlichen Verfassung beste Aussicht die das Farbenspiel der Berge.

We are located at 2’400 meters on the Piz Scalottas. Easily accessible by chairlift, but also on several beautiful trails on foot or by bike. This allows for almost any kind of tourism, and every physical condition can have the best view of the colorful play of the mountains.

Andenken

Beim Rothorn auf der Lenzerheide gibt es einen verlockenden Couloir – steil, eng und einen grossen Kick versprechend. Diese Plastikblumen stehen beim Einstieg und erinnern an ein vermutlich junges Leben, das hier ein frühes Ende fand. Für ein paar Minuten wandert man bedrückt weiter, doch schon bald hat die wunderbare Natur wieder unsere volle Aufmerksamkeit.

At the Rothorn on Lenzerheide there is a tempting couloir – steep, narrow and promising a big kick. These plastic flowers are standing at the entrance and remind us of a presumably young life, which came to an early end here. For a few minutes you will hike calmly, but soon the wonderful nature will have our full attention again.

Bikezirkus

Skigebiete brauchen neue Geschäftsmodelle, um die immer kürzer werdende Wintersaison zu kompensieren. Downhill Biking ist ein vielversprechender Ansatz. Budget Hotels werden gebaut, Pistenpläne durch Trackpläne ersetzt und die lokalen Ärzte beschaffen sich neue Röntgengeräte – hier bahnt sich etwas Grosses an.

Ski resorts need new business models to compensate for the ever shorter winter season. Downhill biking is a promising approach. Budget hotels are being built, piste maps are being replaced by track plans and the local doctors are getting new X-ray equipment – something big is in the pipeline.

Glasnost

Ein wunderbarer Durchblick auf Alp Fops (Lenzerheide). Offenheit und Transparenz – das bedeutet „Glasnost“ und wurde durch Gorbatschow vor gut 30 Jahren weltweit bekannt. Nun, hier oben gibt es sie noch, die Freiheit. Toct!

A wonderful view of Alp Fops (Lenzerheide). Openness and transparency – that’s what „Glasnost“ means and became known worldwide by Gorbachev about 30 years ago. Well, up here freedom still exist. Toct!

Ansichtssache

Berge waren vor 200 Jahren vor allem furchteinflössend. Es brauchte die jungen Adeligen aus England, welche zum Ende des 18. Jahrhunderts damit begannen in die Schweiz zu reisen, und uns Schweizern die Augen für die schönen Seiten der Berge zu öffnen. Kurz darauf öffneten wir dafür Berggasthäuser, und so entwickelte sich der Tourismus, von dem heute ganze Kantone leben. Was ist wohl „the next big thing“, für welches zu sehen wir externe Hilfe brauchen?

Chillen

An einem sonnigen Wochenende herrscht in den Skigebieten viel Betrieb. Glücklicherweise, denn die gewaltigen Investitionen in die Infrastruktur müssen ja irgendwie amortisiert werden. Nur sind die Lifte aber schon ab der Mittagszeit wenig frequentiert, die Restaurants umso mehr. Chillen statt Skifahren ist das Ziel der Gäste. Vielleicht sehen wir nach den Investitionen in Megalifte nun solche in Megarestaurants.

Arbeitslos

Diese Geräte hatten wirklich keine geruhsame Weihnachtszeit.  Umso beruhigender ist folgende Aussage des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos: „Der Stromverbrauch für die Beschneiung in den Skigebieten Parsenn/Gotschna und Jakobshorn machen zusammen 0.6 % des gesamten Energiekonsums der Landschaft Davos aus.“  – Das sind ja mal gute Nachrichten für Skifahrer, die sich gelegentlich Sorgen um den ökologischen Fussabdruck machen.

Winterlust

Jahreszeiten sind eine feine Sache. Vorausgesetzt man hat ein warmes Zuhause und kann die klirrende Kälte stundenweise geniessen. Das klappt hier bei Sporz oberhalb der Lenzerheide hervorragend. In anderen Regionen sieht es freilich anders aus. In weniger wohlhabenden Teilen von Europa leiden in diesen Tagen viele Menschen am Kälteeinbruch.