Ansichtssache

Berge waren vor 200 Jahren vor allem furchteinflössend. Es brauchte die jungen Adeligen aus England, welche zum Ende des 18. Jahrhunderts damit begannen in die Schweiz zu reisen, und uns Schweizern die Augen für die schönen Seiten der Berge zu öffnen. Kurz darauf öffneten wir dafür Berggasthäuser, und so entwickelte sich der Tourismus, von dem heute ganze Kantone leben. Was ist wohl „the next big thing“, für welches zu sehen wir externe Hilfe brauchen?

Chillen

An einem sonnigen Wochenende herrscht in den Skigebieten viel Betrieb. Glücklicherweise, denn die gewaltigen Investitionen in die Infrastruktur müssen ja irgendwie amortisiert werden. Nur sind die Lifte aber schon ab der Mittagszeit wenig frequentiert, die Restaurants umso mehr. Chillen statt Skifahren ist das Ziel der Gäste. Vielleicht sehen wir nach den Investitionen in Megalifte nun solche in Megarestaurants.

Arbeitslos

Diese Geräte hatten wirklich keine geruhsame Weihnachtszeit.  Umso beruhigender ist folgende Aussage des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos: „Der Stromverbrauch für die Beschneiung in den Skigebieten Parsenn/Gotschna und Jakobshorn machen zusammen 0.6 % des gesamten Energiekonsums der Landschaft Davos aus.“  – Das sind ja mal gute Nachrichten für Skifahrer, die sich gelegentlich Sorgen um den ökologischen Fussabdruck machen.

Winterlust

Jahreszeiten sind eine feine Sache. Vorausgesetzt man hat ein warmes Zuhause und kann die klirrende Kälte stundenweise geniessen. Das klappt hier bei Sporz oberhalb der Lenzerheide hervorragend. In anderen Regionen sieht es freilich anders aus. In weniger wohlhabenden Teilen von Europa leiden in diesen Tagen viele Menschen am Kälteeinbruch.

Schlussabfahrt

Eigentlich schade, dass man auf der letzten Abfahrt des Tages meist zu müde Beine hat, um den Moment so richtig zu geniessen. Es ist ja auch die gefährlichste Abfahrt des Tages: Die langjährigen Statistiken besagen, dass sich fast alle Verletzungen auf der letzten Fahrt des Tages ereignen. Was sich mit etwas Nachdenken aber leicht erklären lässt.

Weihnacht

weihnacht

Da Kreuz ist ein uraltes Symbol. In der christlichen Welt symbolisiert der vertikale Balken die Beziehung der Menschen zu Gott und der horizontale Balken die Beziehung der Menschen untereinander. Nicht erklärt wird der Giebel dieses Kreuzes nahe der Alp Scharmoin ob Lenzerheide. Es mag ein profaner Wetterschutz sein. Vielleicht aber auch ein Symbol, dass die Beziehung zwischen den Menschen eines besonderen Schutzes bedarf – das legen zumindest die Nachrichten der letzen Monate nahe.

Touristenjagd

Bei der Alp Lavoz liegt die Gerätschaft bereit, um mit dem Helikopter auf die Pisten gefolgen zu werden

Auf der Alp Lavoz stehen die Schneekanonen für die Wintersaison bereit. Im Winter 2015/2016 wäre Skifahren zur Weihnachtszeit ohne all diese Gerätschaften nicht möglich gewesen. Die Frage nach der Sinnhaftigkeit ist müssig. Die Region lebt vom Tourismus und die tausenden von Besuchern am Wochenende belegen das Bedürfnis.

 

Oktoberschnee

Oktoberschnee

Wo bleibt die Klimaerwärmung, wenn man sie mal braucht. Was als Bikewoche geplant war, wird zur gemütlichen Erholung mit Kaminfeuer und Raclette. Eine kurze Recherche in den Fotos zeigt, dass dies eher die Regel denn die Ausnahme ist: In den letzten vier Jahren hatten wir hier hin Lenzerheide im Oktober dreimal Schnee.

Sommerpause

Sommerpause

Skigebiete strömen im Sommer eine Ruhe aus, die man im Skizirkus zur Ferienzeit vermisst. Besonders in Nebelschwaden. Auf einer schönen Wanderung in der Lenzerheide von Scharmoin nach Obersäss kann man sie finden. Selbst bei durchzogenem Wetter.

Heimatfilm

Heimatfilm

Selber in den Bergen zu sein, ist weitaus schöner als es Heimatfilme zu vermitteln versuchen. Dieses Bild ist von der Alp Fops oberhalb Lenzerheide. Man gelangt über wunderbare Wald- und Alpwege mit dem Bike in anderthalb Stunden von der Lenzerheide in eine Bergwelt, von der 99.9% der Menschen nur träumen können. Und dazu gibt es einen Holundersirup für kein Geld. Eine Reise wert – kein Zweifel.