Zeitreise

Als sich Lantsch / Lenz zu einem wichtigen Porten-Ort entwickelte, war es attraktiv an der Durchgangsstrasse zu bauen, wovon die oftmals herrschaftlichen Häuser heute noch zu berichten wissen. Aber solche Dinge änderten sich im Laufe der letzten Jahrhunderte eben. Jahrhunderte immerhin – wie sieht es heute aus, wo in vielen Lebensbereichen von disruptive Änderungen gesprochen wird? Worauf baut man heute seine Zukunft?

Glasnost

Ein wunderbarer Durchblick auf Alp Fops (Lenzerheide). Offenheit und Transparenz – das bedeutet „Glasnost“ und wurde durch Gorbatschow vor gut 30 Jahren weltweit bekannt. Nun, hier oben gibt es sie noch, die Freiheit. Toct!

Zwischensaison

Die Zwischensaison in den Bergen hat zu Unrecht einen schlechten Ruf, denn sie ist nur auf eine andere Art schön. Vorausgesetzt natürlich, man hat ein Auge für die Schönheit der Natur jenseits von Kalenderbildern. Liebhaber der Berge haben aber auch eine moralische Verantwortung, gelegentlich ein Wochenende ausserhalb der Hauptsaison in den Bergen zu verbringen: Es ist kaum möglich, moderne Hotelanlagen mit riesigem Wellnessbreich und einen Sternekoch zu bieten, wenn nur während sechs Monaten Gäste kommen.

Ansichtssache

Berge waren vor 200 Jahren vor allem furchteinflössend. Es brauchte die jungen Adeligen aus England, welche zum Ende des 18. Jahrhunderts damit begannen in die Schweiz zu reisen, und uns Schweizern die Augen für die schönen Seiten der Berge zu öffnen. Kurz darauf öffneten wir dafür Berggasthäuser, und so entwickelte sich der Tourismus, von dem heute ganze Kantone leben. Was ist wohl „the next big thing“, für welches zu sehen wir externe Hilfe brauchen?

Chillen

An einem sonnigen Wochenende herrscht in den Skigebieten viel Betrieb. Glücklicherweise, denn die gewaltigen Investitionen in die Infrastruktur müssen ja irgendwie amortisiert werden. Nur sind die Lifte aber schon ab der Mittagszeit wenig frequentiert, die Restaurants umso mehr. Chillen statt Skifahren ist das Ziel der Gäste. Vielleicht sehen wir nach den Investitionen in Megalifte nun solche in Megarestaurants.

Sperrgut

1842 steht auf diesem Schloss am Eingang zur Marienkirche in Lantsch / Lenz. Dieses Tor steht also schon viele Jahre hier. Es wurde von Meisterhand sorgfältig genietet; in einer Zeit als Arbeit billig und Material teuer war. Letzteres mangels metallurgischer Kenntnisse der Zeit sicher schlichter Natur. Und trotzdem steht das Tor hach 160 Jahren noch immer hier.  Den Auspuff unseres Autos hätten wir in dieser Zeit dreissigmal ersetzen müssen.

Arbeitslos

Diese Geräte hatten wirklich keine geruhsame Weihnachtszeit.  Umso beruhigender ist folgende Aussage des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos: „Der Stromverbrauch für die Beschneiung in den Skigebieten Parsenn/Gotschna und Jakobshorn machen zusammen 0.6 % des gesamten Energiekonsums der Landschaft Davos aus.“  – Das sind ja mal gute Nachrichten für Skifahrer, die sich gelegentlich Sorgen um den ökologischen Fussabdruck machen.

Winterlust

Jahreszeiten sind eine feine Sache. Vorausgesetzt man hat ein warmes Zuhause und kann die klirrende Kälte stundenweise geniessen. Das klappt hier bei Sporz oberhalb der Lenzerheide hervorragend. In anderen Regionen sieht es freilich anders aus. In weniger wohlhabenden Teilen von Europa leiden in diesen Tagen viele Menschen am Kälteeinbruch.

Vertrauensvoll

Erstklassiges Fleisch, hausgemachte Würste und Alpkäse zum Träumen. Das alles findet man in einem Hofladen oberhalb von Sur auf der Alp Flix. Aber es ist etwas anders, was das Kauferlebnis so speziell macht: Das Vertrauen in die Ehrlichkeit der Besucher. Ein offenes Regal voller Köstlichkeiten, eine Handliste für die Käufe ein ein paar Einzahlungsscheine. Schön dass es diese Art des Geschäftens immer noch gibt.

Schlussabfahrt

Eigentlich schade, dass man auf der letzten Abfahrt des Tages meist zu müde Beine hat, um den Moment so richtig zu geniessen. Es ist ja auch die gefährlichste Abfahrt des Tages: Die langjährigen Statistiken besagen, dass sich fast alle Verletzungen auf der letzten Fahrt des Tages ereignen. Was sich mit etwas Nachdenken aber leicht erklären lässt.