Hinterhof

Es ist ein Segen, in einem sicheren Land zu leben, oder unterwegs zu sein. Es gibt viele Orte auf dieser Welt, wo man bei so einem Anblick besser umkehrt – zumindest bei Dunkelheit. Ein wohlhabender Bekannter aus einem unsicheren Land philosophierte kürzlich zu seiner Situation: Viel Geld, aber ein Leben in Gefangenschaft im Privathaus hinter hohen Mauern mit Glassplittern. Er hätte an diesem Abend wohl einen hübschen Teil seines Reichtums für mehr Freiheit und Sicherheit getauscht.

Historisch

England ist ein angenehmes Reiseland. Überall begegnet man ausserordentlich freundlichen und hilfsbereiten Menschen. Und Geschichte die lebt, so wie hier in Windsor nahe London. Wer geschäftlich hier ist, muss sich allerdings mit historischen Pubs begnügen – Schloss Windsor hat längst geschlossen, wenn die Geschäftsleute hier noch in langen Sitzungen gefangen sind.

Ansichtssache

Berge waren vor 200 Jahren vor allem furchteinflössend. Es brauchte die jungen Adeligen aus England, welche zum Ende des 18. Jahrhunderts damit begannen in die Schweiz zu reisen, und uns Schweizern die Augen für die schönen Seiten der Berge zu öffnen. Kurz darauf öffneten wir dafür Berggasthäuser, und so entwickelte sich der Tourismus, von dem heute ganze Kantone leben. Was ist wohl „the next big thing“, für welches zu sehen wir externe Hilfe brauchen?

Bussfliegen

Heutzutage ist es deutlich weniger schick, zum Jetset zu gehören, als in den Sechzigerjahren. Damals kostete ein Flug nach London oder Paris noch locker ein Monatseinkommen. Heute fliegt man dorthin, um sein Monatseinkommen zu rechtfertigen. Und sei es nur für eine Sitzung. Flugzeuge sind die Busse von heute. Für kleines Geld reist man 1000 km und ist am gleichen Tag wieder zu Hause. Das macht wohl gleichviel Sinn, die die Weltreisen von damals.

Endzeit

Familien vergehen und Ansprüche steigen. Vor vielen Jahrzehnten war dieses Haus wohl der Stolz einer Familie. Heute mag es auch geringe Ansprüche nicht mehr zu erfüllen. Leerstehend dient es nur noch als Träger der Bauprofilierung. Bald steht hier ein Quader mit hängenden Erkern (fällt nich in Ausnutzung) und Fenstern bis zum Boden (ist schick). Und in vielen Jahrzehnten wird wieder ein Neubau ausgesteckt sein, denn wir werden uns wieder höhere Ansprüche leisten können – hoffentlich.

Lustvoll


Man bekommt viel geboten beim Einkauf in der Innenstadt. Mehr als beim Einkauf im Internet – zumindest für das Auge. Nicht unbedingt für den Geist. Diese Aussage erschliesst sich jedenfalls nicht jedem.

Gotteskrieger

Die selbsternannten Gotteskrieger des IS hatten in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit. Für schlechte Gründe allerdings. Religion unzimperlich zu verbreiten hat jedoch eine lange Tradition. Damals mit dem Schwert, heute mit dem Maschinengewehr auf dem Pickup. Nicht im Sinne des Erfinders – damals wie heute.

Rückblick

Skifahren war vor 50 Jahren noch ein ganz anderer Sport. Wohl viel geruhsamer, aber sicher nicht besser. Wer erinnert sich nicht an die langen Schlangen am Skilift, der vielleicht 400 Personen pro Stunde befördern konnte. Moderne Sessellifte schaffen da leicht das Zehnfache. Und das Resultat? Ab Mittag sind alle müde und gehen wieder ins Tal. Am Nachmittag sind die Pisten leer, die Boutiquen, Kaffees und Wellness-Oasen dafür voll. Und alle freut es.

Arbeitslos

Diese Geräte hatten wirklich keine geruhsame Weihnachtszeit.  Umso beruhigender ist folgende Aussage des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos: „Der Stromverbrauch für die Beschneiung in den Skigebieten Parsenn/Gotschna und Jakobshorn machen zusammen 0.6 % des gesamten Energiekonsums der Landschaft Davos aus.“  – Das sind ja mal gute Nachrichten für Skifahrer, die sich gelegentlich Sorgen um den ökologischen Fussabdruck machen.

Künstlich

Kunst ist nicht immer einfach zu verstehen. Ausser natürlich, sie ist so zugänglich wie dieses Oeuvre an der Limmat in Zürich. Ein rotes Boot, auf Heck stehend mit Loch – einem Zwischenraum hindurchzuschauen gewissermassen. Vielleicht eine Reminiszenz an Christian Morgenstern? Bei Ihm gab es vor gut 100 Jahren ein ästhetisches Wiesel, welches man heute auch noch kennt.