Fanmeile

An einem der grossen Fussballanlässe in Zürich gab es reichlich Kritik, dass nur Carlsberg Bier verkauft werden durfte. Durchaus verständlich, da diese Weltbiere, die jedermann wenigstens etwas schmecken müssen, kein grosser Genuss sind. Zu ändern ist dies wohl nicht – es geht um viel Geld. Die hier entdeckte Fanmeile scheint auch keine wirkliche Alternative zu sein. Die Suche geht weiter.

Bergluft

Bald ist es wieder soweit, dass solche Orte erwanderbar sind. Diese Aussicht gibt es von der Carschinahütte aus. Erreichbar auf mindestens drei Routen. Von zwei bis sechs Stunden ist für jede Kondition ein Weg im Angebot.

Sehnsucht

Hier wünscht sich scheinbar ein Bewohner der Betonwüste etwas Bergidylle. Durchaus verständlich und doch eine seltsame Aktion. Hunderte von versprayten Metern Betonwand und irgendwo ein A4 Blatt aus dem Tintenstrahldrucker – mit einem nicht genannten Bergdorf. Vielleicht handelt es sich auch um eine PR-Aktion eben dieses Bergdorfes.

Terrorismus

Die Messlatte für terroistische Aktivitäten wird in gewissen Ländern absurd tief gesenkt. Minimale Kritik am Staat genügt für Entlassungen oder gar Verhaftungen. Dazu muss man nicht mal Journalist sein. Schön in einem Land zu leben, wo selbst schwere Verstösse gegen die Staatsgewalt, so wie dieser, keine schwerwiegenden Konsequenzen haben.

Zwangsstörung

Der stete Drang, jegliches Littering zu vermeiden, ist eine Helvetische Tugend. Sie wird auch in aussichtslosen Situationen, wie z.B. Grossanlässen, nicht aufgegeben. Trotzdem ist dies ein seltenes Bild – denn während die Besucher noch durch die Strassen schlendern, sind die Reinigungstrupps der Stadt schon unterwegs. Vor Mitternacht ist alles wie immer – sauber.

Ulan Bator West

Es gibt sie immer weniger, die Orte wo traditionelle auf moderne Lebensweisen treffen. Ulan Bator ist wohl so ein Ort. Zürich West scheinbar auch. Dank einer Sportstadium-Brache, die hier eine sinnvolle Zwischenutzung erfährt.

Gipfeltreffen

Trotz Angelsächsischem Einfluss gibt es noch internationale Konzerne, welche einen traditionellen Dresscode pflegen: Schwarze Schuhe, die Hosen knitterfrei, weisse Hemden und niemals rote Krawatten. Es sind jene Orte, wo vor Anlässen auf der Herrentoilette reger Betrieb herrscht – um nochmals den Sitz des Krawattenknopfes zu prüfen. Vielleicht ist es an der Zeit, dies in das UNESCO Weltkulturerbe aufzunehmen.

Renaissance

Hier kann man die Wiedergeburt eines ganzen Stadtteils miterleben. Ganz im Sinne der Künstler des 16. Jahrhunderts – und der Renaissance – findet eine Besinnung auf alte Werte statt. Nach der finsteren Zeit der Industrialisierung, als hier Kamine rauchten, werden nun die guten Zeiten des Überflusses der Antike neu aufgelegt. Viadukte, Tempel, Märkte – alles findet man in Zürich West.

Mythologieverständnis

 

Man konnte unlängst viel zur Sinnhaftigkeit der klassischen Bildung lesen. Soll man im Gymnasium so viel Zeit mit Geschichte, Sprache und Diskussionen verbringen? Keine einfache Frage, da es nicht möglich ist, die Anforderungen im Berufsleben von 2030 vorauszusagen. Wer immer aber diesen Namen für eine Boutique gewählt hat, ist in Griechischer Mythologie wenig bewandert. Schon Hephaistos hatte keine gute Hand mit Frauen, als er für Zeus Pandora erschuf.

Chaostheorie

Punk war vor 35 Jahren eine unpolitische Anarchiebewegung. Es ging um Chaos als Gegenentwurf zur Konsumgesellschaft. Und es ging daneben: Der Konsum hat gesiegt, Punk wurde zum Modeaccessoire und das Geschäft mit dem Chaos betreiben heute Terrororganisationen. Eigentlich schade, dass wir in den Städten keine Irokesen mit Sicherheitsnadeln mehr antreffen. Wir wären mit Punk vielleicht besser gefahren.