Gipfeltreffen

Trotz Angelsächsischem Einfluss gibt es noch internationale Konzerne, welche einen traditionellen Dresscode pflegen: Schwarze Schuhe, die Hosen knitterfrei, weisse Hemden und niemals rote Krawatten. Es sind jene Orte, wo vor Anlässen auf der Herrentoilette reger Betrieb herrscht – um nochmals den Sitz des Krawattenknopfes zu prüfen. Vielleicht ist es an der Zeit, dies in das UNESCO Weltkulturerbe aufzunehmen.

Renaissance

Hier kann man die Wiedergeburt eines ganzen Stadtteils miterleben. Ganz im Sinne der Künstler des 16. Jahrhunderts – und der Renaissance – findet eine Besinnung auf alte Werte statt. Nach der finsteren Zeit der Industrialisierung, als hier Kamine rauchten, werden nun die guten Zeiten es Überflusses der Antike neu aufgelegt. Viadukte, Tempel, Märkte – alles findet man in Zürich West.

Mythologieverständnis

 

Man konnte unlängst viel zur Sinnhaftigkeit der klassischen Bildung lesen. Soll man im Gymnasium so viel Zeit mit Geschichte, Sprache und Diskussionen verbringen? Keine einfache Frage, da es nicht möglich ist, die Anforderungen im Berufsleben von 2030 vorauszusagen. Wer immer aber diesen Namen für eine Boutique gewählt hat, ist in Griechischer Mythologie wenig bewandert. Schon Hephaistos hatte keine gute Hand mit Frauen, als er für Zeus Pandora erschuf.

Chaostheorie

Punk war vor 35 Jahren eine unpolitische Anarchiebewegung. Es ging um Chaos als Gegenentwurf zur Konsumgesellschaft. Und es ging daneben: Der Konsum hat gesiegt, Punk wurde zum Modeaccessoire und das Geschäft mit dem Chaos betreiben heute Terrororganisationen. Eigentlich schade, dass wir in den Städten keine Irokesen mit Sicherheitsnadeln mehr antreffen. Wir wären mit Punk vielleicht besser gefahren.

Automation

Die Angst vor KI – der künstlichen Intelligenz – geht um. Welche Berufe werden wann durch Roboter ersetzt? Fachleute sehen Anwälte als frühe Opfer. Diese aber lachen darob und sehen Fachleute bald durch Bots ersetzt. Die Lage ist unklar und wird, wie schon so oft bei neuen Technologien, wohl auch dramatisiert. Zwei Berufe werden auch in Zukunft von Menschen ausgeübt, da ist sich die Fachwelt einig: Coiffeur und Manager – wobei es bei letzteren scheinbar erste Erfolge gibt.

Mehrzweckhalle

Viele Gemeinden geben viel Geld für ihre Mehrzweckhalle aus. Für kleine Gemeinden kann dies durchaus eine erhebliche finanzielle Belastung sein. Woher kommt wohl dieses Bedürfnis? Vielleicht daher, dass Gemeinde von Gemeinschaft kommt, Gemeinschaft dafür aber gelebt werden muss. Es braucht Vereine und Organisationen wie die Jungschar hier in Lantsch / Lenz, welche in der Mehrzweckhalle auch dieses Jahr wieder ein grossartiges Theaterstück aufgeführt hat. Und damit Jung und Alt angezogen hat.

Bullshitjobs

Das ist eine interessante Theorie: Die Wirtschaft wird immer produktiver,  darum werden neue Jobs in unproduktiven Bereichen geschaffen. In den USA soll bereits jeder fünfte Arbeitnehmer irgendwelche Bewachungsaufgaben wahrnehmen. Einige weitere arbeiten im Management oder Finanzsektor. Der Rest macht Kaffee mit Karamellaroma oder Hamburger. Tatsächlich sieht man nun auch bei uns in der Schweiz neben jedem offenen Dolendeckel mindestens eine Security-Person. Und inzwischen natürlich auch auf jedem grösseren Parkplatz.

Hinterhof

Es ist ein Segen, in einem sicheren Land zu leben, oder unterwegs zu sein. Es gibt viele Orte auf dieser Welt, wo man bei so einem Anblick besser umkehrt – zumindest bei Dunkelheit. Ein wohlhabender Bekannter aus einem unsicheren Land philosophierte kürzlich zu seiner Situation: Viel Geld, aber ein Leben in Gefangenschaft im Privathaus hinter hohen Mauern mit Glassplittern. Er hätte an diesem Abend wohl einen hübschen Teil seines Reichtums für mehr Freiheit und Sicherheit getauscht.

Historisch

England ist ein angenehmes Reiseland. Überall begegnet man ausserordentlich freundlichen und hilfsbereiten Menschen. Und Geschichte die lebt, so wie hier in Windsor nahe London. Wer geschäftlich hier ist, muss sich allerdings mit historischen Pubs begnügen – Schloss Windsor hat längst geschlossen, wenn die Geschäftsleute hier noch in langen Sitzungen gefangen sind.

Ansichtssache

Berge waren vor 200 Jahren vor allem furchteinflössend. Es brauchte die jungen Adeligen aus England, welche zum Ende des 18. Jahrhunderts damit begannen in die Schweiz zu reisen, und uns Schweizern die Augen für die schönen Seiten der Berge zu öffnen. Kurz darauf öffneten wir dafür Berggasthäuser, und so entwickelte sich der Tourismus, von dem heute ganze Kantone leben. Was ist wohl „the next big thing“, für welches zu sehen wir externe Hilfe brauchen?